Ich habe nichts, wenn ich das nicht habe!

 

Stell dir vor, Luzifer persönlich bietet dir eine Milliarde Euro an. Er will dafür nicht deine Seele, davon hat er schon genug, er will einfach nur deine glücklichen Gefühle. Wenn du also den Handel eingehst, wirst du bis zum Ende deines Lebens keine glücklichen Gefühle mehr haben können. Dafür bist du stolzer Besitzer von einer Milliarde Euro – und zwar steuerfrei!!! Das ist doch ein tolles Angebot, oder?! Würdest du diesen Vertrag unterschreiben?

Würdest du unterschreiben, wenn er dir die Liebe des tollsten Mannes oder der tollsten Frau der Welt anbieten würde? Unglaublich tollen Sex gibt es natürlich inklusive. (Du könntest diesen Menschen natürlich nicht lieben, denn Liebe ist ja auch ein Glücksgefühl. Den Sex könntest du natürlich auch nicht genießen, denn dein Genuss gehört ja Luzifer.)

Würdest du unterschreiben, wenn er dir die Weltherrschaft anbieten würde? Oder für Ruhm und Ehre? Du könntest der angesehenste und berühmteste Mensch der ganzen Welt sein.

Er könnte dich natürlich auch von deinen Krankheiten befreien. Du wärst bis zu deinem Lebensende gesund. Genießen könntest du deine Gesundheit natürlich nicht. Denn du weißt ja, Genuss ist ein Glücksgefühl.

Oder würdest du unterschreiben, wenn er dir Schönheit anbietet? Du könntest der schönste Mensch der Welt sein. Dafür müsstest du Luzifer nur deine Glücksgefühle abtreten. Das wäre doch billiger als jeder Schönheitschirurg!

Na gut, dann bekommst du jetzt ein wirklich geniales Angebot: Luzifer bietet dir ewiges Leben. Und zwar eines vom Feinsten! Du wirst nie wieder krank sein, wirst immer Geld ohne Ende haben, wirst geliebt, bist schön, kannst Sex haben bis der Arzt kommt, und du bist berühmt, frei und mächtig. Du hast alles, was sich ein Mensch wünschen kann – absolut alles! Bis auf eine unbedeutende Kleinigkeit: Du kannst keine glücklichen Gefühle haben und das bis in alle Ewigkeit. Unterschreibst du jetzt endlich?!?

Okay, dann hier tatsächlich sein letztes Angebot!!! Überlege also gut, bevor du es leichtfertig ausschlägst. Luzifer bietet dir die absolute Macht der Realitätsgestaltung. Alle deine Wünsche, egal wie groß sie sind, werden augenblicklich Wirklichkeit - alle bis auf einen natürlich. Du kannst dir keine glücklichen Gefühle wünschen! Luzifer kann hier nicht ausgetrickst werden.

Unterschreibst du also jetzt? Du kannst (bis auf den einen) alle deine Wünsche in Erfüllung gehen lassen! Damit wärst du (so gut wie) allmächtig. Dir wären keine Grenzen (nur die eine) mehr gesetzt.

Unsere glücklichen Gefühle sind uns wertvoller als jede Realitätsgestaltung. Umso erstaunlicher ist es, dass unsere Bereitschaft, etwas für unsere glücklichen Gefühle zu tun, die größte Hürde darstellt, die wir auf unserem Weg zum Glück zu nehmen haben. Dies haben auch die Erfahrungen der ersten drei Monate im Wochenend-Camp gezeigt. 80 Prozent aller Teilnehmer hatten Motivationsprobleme.

Mir ging es genauso, obwohl das Positive Fühlen mit Abstand die wirksamste und einfachste Möglichkeit zum Glücklichsein darstellt, die ich in den letzten 30 Jahren finden konnte. Genauer gesagt ist es sogar die einzige Möglichkeit, die ich finden konnte, um wirklich permanent und dauerhaft in einem außerordentlich glücklichen Zustand zu sein und zu bleiben. Trotzdem wurde ich immer fauler, es wirklich konsequent zu tun. Das ist doch unglaublich, wenn man bedenkt, dass uns unsere glücklichen Gefühle so wichtig sind, dass wir sogar die überaus beeindruckenden Angebote Luzifers (sogar die perfekte Realitätsgestaltung!) deswegen ausschlagen würden! Nichts ist uns offensichtlich so wichtig wie unsere Glücksgefühle.

Als ich darüber nachdachte, hörte ich zufällig ein Lied von Whitney Houston im Radio. Genauer gesagt hörte ich nur einen Satz wirklich bewusst, aus diesem Song. „I have nothing, if I don’t have you!“ Dieser Satz berührte mich unerwarteter Weise so sehr, dass mir plötzlich die Tränen aus den Augen rannen.

Ich habe die tollste Partnerin der Welt und lebe eine glückliche Beziehung, wie ich sie mir früher nicht zu träumen wagte. Ich habe richtig klasse Freunde, liebe meine Familie und meine Kinder. Ich habe meinen Traumberuf Wirklichkeit werden lassen und bin darin erfolgreich. Ich verdiene viel Geld und habe einen hohen Lebensstandard. Ich bin gesund und mit meinen 44 Jahren noch recht fit. Ich habe alles, was man sich wünschen kann. Doch ich habe in Wahrheit nichts, wenn ich mich bei alledem nicht wirklich glücklich fühle!

Aus diesem Grund müssten wir eigentlich bereit sein, so gut wie alles für unsere glücklichen Gefühle zu tun. Auf jeden Fall dürften uns die 10 Sekunden, die wir mit etwas Übung noch zum Hochziehen brauchen, nicht zu viel sein, so viel steht fest. Doch es fehlt uns die Motivation! Das ist doch unglaublich, oder?!

Die Ursache liegt in der vorgesehenen Art der Zusammenarbeit von Großhirn und Emotionalgehirn. Aufgabe des Emotionalgehirns ist es, unsere sieben Grundmotive zu erfüllen und damit unser Überleben primär und sekundär abzusichern. Dabei richten sich seine Bemühungen ausschließlich auf unsere Lebensumstände.

Das Großhirn will zwar glückliche Gefühle erleben, aber es hat keine Motivation, diese Gefühle selbst herbei zu führen. Es will diese Gefühle stattdessen vom Leben und damit vom Emotionalgehirn bekommen. So soll uns unser Partner, unser Wohlstand, unser Erfolg usw. usw. glücklich machen. Der Wunsch, unser Glück vom Leben zu bekommen, ist sehr stark. Doch dieser Wunsch birgt keinen Motivationsimpuls in sich, die Glücksgefühle selbst zu machen, obwohl das Großhirn dies ganz offensichtlich kann, wie das Positive Fühlen beweist.

Glücklicherweise ist das Großhirn äußerst lernfähig. Wir können uns entscheiden, auf welchem Weg wir unser Glück suchen. Daher gibt es unzählige Wege zum Glück. Viele fernöstliche Wege bauen darauf auf, das Glück in sich selbst über Meditation und andere mentale Übungen zu finden. Diese Wege funktionieren, doch sind sie zumeist so kompliziert und aufwendig, dass sie nur wenige Menschen konsequent beschreiten. Die Motivation der meisten Menschen reicht einfach nicht aus. Sie warten lieber weiter darauf, dass das Leben sie glücklich macht, wie es in unserem Gehirn von Geburt an vorprogrammiert ist.

Doch diese Programmierung ist leider nur ein Trick, damit das Großhirn bereit ist, sich anzustrengen, wenn es vom Emotionalgehirn gebraucht wird. Das Großhirn wurde als Zusatzintelligenz fürs Emotionalgehirn geschaffen und steht damit in seinen Diensten. Es ist in unserem Gehirn neurologisch nicht vorgesehen, dass wir uns unentwegt glücklich fühlen. Nur die Sehnsucht nach permanentem Glück ist vorgesehen.

Das Emotionalgehirn rückt immer nur für sehr begrenzte Zeit Glücksgefühle als Belohnung fürs Großhirn heraus. So macht uns eine saftige Gehaltserhöhung gerade einmal für drei Wochen glücklicher. Ähnlich sieht es mit allen großen beruflichen oder privaten Erfolgen aus. Am längsten wird unser Glücksniveau durch eine neue Liebe angehoben. Hier sind wir, wenn wir Glück haben, für einen Zeitraum von einem halben Jahr glücklicher wie zuvor. Nach diesem halben Jahr in einer glücklichen Beziehung ist unser Glücksniveau jedoch wieder normalisiert und damit auf dem gleichen Niveau, auf dem es auch vor der Beziehung war.

Unser Emotionalgehirn rückt also leider nur bei neuen Errungenschaften Glücksgefühle heraus. Um vom ihm permanente Glücksgefühle zu bekommen, müssten wir ihm daher ständig neue positive Errungenschaften bieten. Mehr Liebe, mehr guten Sex, mehr Geld, mehr alles, mehr jedes! Und zwar spätestens alle paar Wochen, denn nach diesem Zeitraum wird die neue Errungenschaft bereits als „normal“ betrachtet.

Permanentes Glück können wir vom Emotionalgehirn also nicht bekommen. Das können wir uns tatsächlich abschminken. Aber wir können uns das permanente Glück über das Positive Fühlen selbst schaffen. Hier muss nur unsere Motivation umgeleitet werden. Anstatt alles zu tun, um die glücklichen Gefühle vom Leben zu bekommen, sollten wir alles tun, um das Glück in uns selbst zu erzeugen. Netterweise bekommen wir dadurch sogar noch mehr Glück vom Leben als Nebeneffekt dazu, da uns das Positive Fühlen hier sehr viele Vorteile beschert.

Leider ist unser Gehirn unglaublich komplex und facettenreich. Es genügt daher nicht, die Entscheidung zum Positiven Fühlen ein einziges Mal grundsätzlich zu treffen. Diese Entscheidung will in jedem Lebenskontext erneut getroffen werden.

Unser Gehirn greift in einem bestimmten Kontext (Lebenssituation, in der wir eine bestimmte Absicht verfolgen) sofort auf vorhandene Erfahrungswerte und Einstellungen und damit auch auf unsere Motivation von damals zurück. Wir würden also sozusagen aus Gewohnheit wieder in die alte Motivation zurück rutschen.

Beispielkontext 1: Wir lernen einen potenziellen Partner kennen und wollen sie/ihn für uns gewinnen. Zwar müsste uns in diesem Kontext theoretisch klar sein, dass wir mit dem Positiven Fühlen mehr Chancen hätten, diesen Partner für uns zu gewinnen (glückliche Menschen haben eine sehr viel attraktivere Ausstrahlung), es müsste uns auch klar sein, dass wir nur über das Positive Fühlen dann später in der Beziehung dauerhaft glücklicher sein können als alleine, doch dieses Wissen und die dazu gehörige Motivation ist in diesen Kontext noch nicht integriert worden. Wir fallen daher automatisch in unsere alte Motivation zurück, dass dieser neue Partner uns glücklich machen soll.

Beispielkontext 2: Wir gehen zum Chef, weil wir befördert werden wollen. Da dies nicht allzu häufig passiert, ist es sehr wahrscheinlich, dass unsere neue Motivation hier noch nicht integriert wurde. Auch hier hätten wir mit dem Positiven Fühlen sehr viel bessere Chancen. Doch die Motivation, es in diesem Gespräch wirklich zu tun, ist von alleine nicht vorhanden. Sie muss in diesen Kontext erst integriert werden. Wir greifen also auf unsere alte Motivation zurück, über die Beförderung glücklicher werden zu wollen.

Haben wir also unsere neue Motivation zum Positiven Fühlen noch nicht in einen bestimmten Kontext integriert, ist sie dort auch nicht spürbar. Wollen wir diese Motivation immer und überall haben, was sinnvoll wäre, da es uns ja letztendlich immer ums Glücklichsein geht, kommen wir nicht daran vorbei, sie in alle Lebenskontexte einzubringen.

Im dritten Teil unseres Wochenend-Camps benutzen wir hierzu eine bestimmte NLP-Technik, genannt Swish! Diese Technik wirkt grandios und in Sekunden, wenn man Motivationen dauerhaft in bestimmte Kontexte übertragen will. Danach muss man sich über diese Kontexte keine Gedanken mehr machen. Das Gehirn ist dann darauf trainiert, in diesem Kontext automatisch in die neue Motivation zu gehen. Wir werden im Seminar alle wichtigen Lebenskontexte durchgehen, sodass die Sache in kurzer Zeit erledigt ist.

Leider ist diese Technik zu kompliziert, um sie hier ausführlich und unmissverständlich im Glückstipp zu beschreiben. Ich wollte sie jedoch erwähnen, weil einige von euch möglicherweise schon mit dieser Technik vertraut sind. Diejenigen können sich also die Sache sehr viel einfacher machen.

Für alle anderen ist Fleißarbeit angesagt! Vielleicht kannst du mein Gefühl nachvollziehen, als ich Whitney Houston singen hörte: „I have nothing, if I don’t have you.“ Dann weißt du, dass es nichts gibt, was sich mehr lohnt, als diese Fleißarbeit.

Denk an alle möglichen alltäglichen Lebenssituationen und mach dir dabei wiederholt bewusst, dass dein größtes Ziel darin besteht, wirklich glücklich sein zu wollen. Und dafür gibt es nur einen einzigen Weg: Erzeuge das Glück in dir! Treff in jedem einzelnen Lebenskontext wiederholt und mit Enthusiasmus den Beschluss, es wirklich zu tun. Ziehe dann in jedem Kontext hoch in einen der Situation angemessenen Glückszustand.

Widme der Integration dieses Beschlusses in alle Lebenskontexte täglich eine halbe Stunde, und du wirst sehr schnell spüren, wie sich dein Glücksniveau von Tag zu Tag erhöht. Sei dir dabei bewusst, dass dies einige Wochen dauern kann. Aber eines ist gewiss: Es lohnt sich tausendfach!  

Bodo Deletz (alias Ella Kensington)                                                                                 Zurück>>