Was ist der Sinn meines Lebens?                                                                                             

 

Ist es dir auch ein inneres Bedürfnis, deinem Leben einen Sinn zu geben? Ist dieser Sinn vielleicht sogar schon von einer höheren Macht vorgegeben? Gab es ihn schon, bevor wir geboren wurden? Und was passiert, wenn wir diesen Sinn nicht erkennen und somit unsere Lebensaufgabe nicht erfüllen? War unser Leben dann vollkommen umsonst?

Diese und ähnliche Fragen bestimmten mein Leben viele Jahre lang. Ich durchstöberte esoterische Buchhandlungen, konsultierte spirituelle Lehrer, Chanelmedien, Wahrsager, Numerologen und Astrologen. Ich machte Rückführungen in frühere Leben und suchte dort den roten Faden. Ich meditierte mir das Gehirn weich und übte mich in luzidem Träumen. Doch egal, was ich tat und was ich fand, ich stieß auf Widersprüche, die den Anforderungen meines kritischen Verstandes nicht genügen konnten.

Sehr viel später, als ich den Kontakt mit meiner eigenen inneren Stimme (Ella) fand, kam ich durch einen inneren Dialog weiter.

„Was wäre, wenn der Sinn deines Lebens gar nicht über deinen Verstand zu ergründen wäre?“, fragte mich Ella. „Was wäre, wenn nur dein Gefühl die Antwort wüsste? Du bist kein Körper, der eine Seele hat. Du bist eine Seele, die einen Körper besitzt. Und wenn du als Seele eine Aufgabe mit in dein Leben nehmen möchtest, musst du sie über deinen Körper mitnehmen. Denn sobald du deinen Körper in Besitz genommen hast, kann sich dein Bewusstsein nicht mehr an deine Existenz als Seele erinnern. Den Sinn deines Lebens kannst du also nur über dein Gefühl mitnehmen. Und nur dort ist er daher zu finden.“

Damals verstand ich diese Aussagen noch nicht vollständig, da ich die Natur der menschlichen Gefühle noch nicht richtig nachvollziehen konnte. Ich suchte also ziemlich wahllos irgendwie in meinen Gefühlen herum.

Einige Jahre später, als ich mich schon mit Neurobiologie und wissenschaftlicher Gehirnforschung beschäftigte, wurde mir eine wichtige Tatsache bewusst. Wenn der Sinn meines Lebens in meinen Gefühlen gespeichert sein sollte, dann müsste er schon dort gewesen sein, bevor ich geboren wurde, wie Ella sich ausdrückte. Das bedeutete, dass der Sinn meines Lebens nicht meinen Gefühlen zu entnehmen war, die ich im Laufe meines Lebens erst erlernt hatte. Er musste in viel tieferen Bereichen meines Wesens enthalten sein, in den Gefühlen, die ich bereits in dieses Leben mitgebracht hatte. Und dafür gab es nur einen einzigen Ort in meinem Gehirn – meine Instinkte! Eine andere Möglichkeit gab es nicht, wenn die Gehirnforschung den Aufbau unserer Gefühle auch nur annähernd richtig verstanden hatte.

Die Funktionsweise unserer Gefühle ist leider zu komplex, um sie an dieser Stelle zu beschreiben. Ich habe sie in „Die Glückstrainer“ ausführlich erörtert. Um diesen Glückstipp zu verstehen, also nachfolgend ein paar nützliche Eckdaten.

Alle Emotionen entstammen in ihrem Ursprung unseren Instinkten. Emotionen sind ihre Werkzeuge, um unseren Verstand und unsere Intuition zu überlebensfördernden Verhaltensweisen zu veranlassen. Alle angenehmen und unangenehmen Gefühle dienen also einem wichtigen Zweck – unserem eigenen Überleben und dem unserer Gattung.

Für mich war an dieser Stelle schon einmal Folgendes klar: Wenn der Sinn meines Lebens bereits vor meiner Geburt vorhanden war, dann müsste er wie gesagt in meinen Instinkten gespeichert sein. Und wenn er in meinen Instinkten gespeichert war, dann müsste er dem gleichen Zweck dienen wie alle Instinkte – dem zukünftigen Überleben unserer Gattung!

Das war die einzige Möglichkeit, wie eine Seele eine Aufgabe mit in dieses Leben nehmen konnte – über die Instinkte. Diese raten uns, dass immer derjenige eine bestimmte Aufgabe übernehmen sollte, der sie am besten bewältigen kann. Sie motivieren uns in solch einem Fall sehr stark dazu, uns mit unseren Fähigkeiten einzubringen zu wollen. Über diesen Instinkt wäre eine Seele tatsächlich in der Lage, einen bestimmten Sinn mitzunehmen. Sie könnte dazu einfach ihren Körper mit speziellen Talenten und Eigenschaften ausstatten. Diese Talente und Eigenschaften würden dann dazu führen, dass man Fähigkeiten entwickelt, durch die man eine Aufgabe besser bewältigen kann als andere Menschen in seinem persönlichen Umfeld. Sobald das geschieht, würde man sich zu dieser Aufgabe ganz instinktiv berufen fühlen. Und dabei gäbe es ein ganz bestimmtes Gefühl, das ich sehr gut kannte – das Gefühl der Erfüllung!

Ich wusste also jetzt ziemlich genau, wonach ich suchen musste. Nach einer Aufgabe, für die ich kein anderes Hintergrundmotiv mehr finden konnte als eben das starke instinktive Bedürfnis, mich mit meinen Fähigkeiten und Eigenschaften einbringen zu wollen. Ich musste also nach einer Aufgabe suchen, für die ich sogar bezahlen würde, um sie übernehmen zu können. Eine Aufgabe, die ich auch machen würde, wenn sie mir gesellschaftliche Nachteile einbringen würde. Und wenn man mich fragen würde, warum ich das unbedingt tun will, dann dürfte die einzige Antwort lauten: „Weil es mich mit Glück erfüllt!“

Ich ging also in mich und hinterfragte meine Ziele immer wieder und wieder. Warum wollte ich mich zum Beispiel weiter entwickeln? Oder warum wollte ich ein neues Buch schreiben? Warum wollte ich eigentlich Seminare halten? Und warum Menschen als Glückstrainer ausbilden? Warum wollte ich eigentlich Kinder? Warum wollte ich in dem, was ich tue, gut sein? Und warum, warum, warum…?

Ich fand letztendlich einige Antworten, die scheinbar der Antwort entsprachen, die ich suchte: „Weil es mich erfüllt!“ Ich überprüfte also noch einmal, warum mich diese Aufgeben erfüllten. Wann immer ich einen angelernten logischen Grund für diese Erfüllung fand, wusste ich, dass dies nicht der mitgebrachte Sinn meines Lebens war, sondern ein erlernter. Ich spürte auch, dass das erlebte Gefühl der Erfüllung nicht wirklich echt und auch nicht von langer Dauer war.

Bei der Suche nach dem eigenen Lebenssinn gilt es, sich nicht von angelernten Gefühlen verwirren zu lassen. Wir halten vieles für sinnvoll und notwendig, weil wir es so gelernt haben. Wir finden daher jedes Mal eine logische Erklärung, warum wir etwas wollen. Erreichen wir solche Ziele, fühlen wir Zufriedenheit oder Freude, jedoch keine wirkliche Erfüllung. Bei erlernten Zielsetzungen, verlieren wir schnell das Interesse, wenn wir unser Ziel erreicht haben. Wenn uns eine Aufgabe hingegen wirklich erfüllt, verlieren wir niemals das Interesse. Das echte und anhaltende Gefühl der Erfüllung ist also der Wegweiser zum eigenen persönlichen Lebenssinn.

Unangenehme Gefühle geben uns übrigens kaum einen Hinweis darauf, worin unser Lebenssinn besteht. Wir spüren höchstens, dass wir dort, wo wir uns jetzt befinden, nicht richtig sind. Es ist, als würde man auf einer Wiese stehen und ein Haus suchen. Auf der Wiese ist dieses Haus jedoch offensichtlich nicht. Man spürt also, dass man hier falsch ist, doch hat man mit diesem Gefühl keinen Hinweis darauf, in welche Richtung man gehen sollte. Erfüllungsgefühle sind hingegen richtungweisend. Sie ziehen uns an wie ein Magnet.

Einem Menschen, der tagtäglich mit seinen unglücklichen Gefühlen zu kämpfen hat, fällt es schwer, in all dem emotionalen Chaos Gefühle der Erfüllung zu finden. Die schlechten Gefühle verdrängen die Glücksgefühle und damit auch die glücklichen Gefühle der Erfüllung. Ein glücklicher Mensch hat es hier viel leichter. Wenn er es schafft, seine unnötigen unglücklichen Gefühle weitestgehend los zu werden und angelernte gute Gefühle von den Gefühlen der Erfüllung unterscheiden kann, wird es ihm leicht fallen, den Weg zu seinem eigenen persönlichen Lebenssinn zu finden.

Glückstraining ist nach meiner Ansicht daher die beste Basis spiritueller Erfahrung und Weiterentwicklung und daher die Aufgabe, der ich mich verschworen habe. Die größte Erfüllung finde ich dabei immer dann, wenn ich Menschen darin unterstützen kann, sich selbst und ihre eigene Natur und damit auch die anderer Menschen zu verstehen. Ich möchte auf diese Weise dazu beitragen, ein glückliches Miteinander in einer schönen Welt zu erschaffen. Ich halte dies für eine wichtige Aufgabe, wenn die Gattung Mensch überleben will, was ebenfalls ein guter Hinweis auf den persönlichen Lebenssinn ist.

Dies ist also der Sinn meines Lebens, dem ich mich jeden Tag widme. Aus diesem Grund habe ich es zu meinem Beruf gemacht, mein Verständnis der Welt und des Menschen an andere weiter zu geben. Zurückblickend kann ich sagen, dass ich diese Aufgabe schon immer verfolgt habe. Als kleines Kind wollte ich schon alles ganz genau verstehen und es an andere weiter geben. Ich habe sehr lange überlegt, warum ich das so unbedingt wollte. Ich fand nur eine einzige Erklärung dafür: Weil es mich erfüllte!

Solltest du den Sinn deines Lebens ergründen wollen, dann möchte ich dir den Tipp geben, völlig „unspirituell“ etwas für dein Glück und gegen dein Unglück zu tun. Schalte damit den Weg frei für die echten Gefühle der Erfüllung. Das ist der schönste, schnellste und leichteste Weg zu spiritueller Erkenntnis.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine glückliche und erkenntnisreiche Zeit

 

Alles Liebe

 

Bodo (alias Ella Kensington)                                                                                                                      Zurück>>